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Vernissage "Brotlose Kunst"

Klagenfurt, Schloß Welzenegg, 31. August 2006: Nach tagelangem Medienwirbel um eine gehängte Strohpuppe in der Völkermarkterstraße findet nun die dazu gehörige Vernissage "Brotlose Kunst" statt. Die gesamte Organisation, vom Konzept über die Medienarbeit bis zur Ausrichtung der Veranstaltung selbst, lag in meinen Händen.

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Präsentation zweier neuer Brotsorten - Vernissage des malenden Bäckers Werner Wultsch - Verleihung des Kärntner Landeswappens an die Bäckerei Wultsch - umfangreiches Buffet - 300 Besucher. Das sind die Eckdaten der Veranstaltung. Werner Wultsch ist der Inhaber der gleichnamigen Bäckerei in der Klagenfurter Völkermarkterstraße 96. Sein Betrieb wurde von seinem Großvater im Jahr 1904 gegründet und seither mit Erfolg geführt.

Die Seele eines Künstlers

Werner Wultsch trägt aber von Kindesbeinen an ein weiteres Talent in sich: Die Malerei. Dieses Talent war zwar stets im Hintergrund, Werner Wultsch pflegte es aber sorgsam durch diverse Kurse und beständige malerische Tätigkeit. Seine nunmehr erste Vernissage war nur die logische Folge eines inneren Dranges, der sich äußern will.

Gegenständliches kam ebenso zum Zug wie erste Schritte in die Abstraktion, Akte ebenso wie eine Afrika-Serie. Der malende Bäcker will seinem künstlerischen Schaffen in Hinkunft mehr Raum bieten, daß er das neben einem aufreibenden Tagesablauf als Inhaber und Leiter eines eigenen Bäckereibetriebs schaffen kann, hat er in der Vergangenheit bereitsd eindrucksvoll bewiesen.

Die Chronologie eines Erfolgs

Der Erfolg seiner ersten Ausstellung "Brotlose Kunst" hing - und das war von Anfang an klar - von einem möglichst großen Medienecho ab. Um ein solches zu gewährleisten, bedienten wir uns zweier Mittel: 1) Meiner Kontakte zu den Kärntner Lokalmedien, 2) eines Skandals.

Dieser Skandal waren zwei Strohpuppen im Bäckergewand, die von je einem Galgen baumelten. Die Idee stammt von Werner Wultsch, der diese Aktion bereits seit Jahren durchführen wollte, um auf das Bäckersterben aufmerksam zu machen, für den die Großbäckereien verantwortlich seien. Eine der Puppen hing vom Schloß Welzenegg, dem Veranstaltungsort seiner Vernissage, die andere direkt von seinem Geschäft in der Völkermarkterstraße.

Kaum baumelte "der letzte Bäcker" über dem Eingang von Werner Wultschs Bäckerei, berichteten die Medien darüber. Die Menschen waren aufgebracht und erheitert, angezogen und abgestoßen gleichermaßen. Der Rest ist Geschichte.

Das Design der Veranstaltung sah aber natürlich auch andere WErbung vor: Insgesamt wurden 800 Einladungen verschickt, Plakate geklebt, Interviews organisiert und Mundpropaganda betrieben. Die Strohpuppe war somit weniger Werbung als Katalysator: Jeder Klagenfurter wußte auf Anhieb bescheid, worum es ging.

Festfolge

19 Uhr. Werner Wultsch empfängt seine Gäste im Tor-Raum des Schlosses Welzenegg. Nach einem Begrüßungssekt präsentiert er zwei neue Brotsorten, die nach den Richtlinien von Montignac gebacken wurden und, da zur Herstellung keine Hefe verwendet wurde, vor allem für Allergiker gut verträglich sind. Die Diätologin Martina Horn gab im Zuge dessen Informationen zum Thema: Die Rolle des Brotes in einer gesunden Ernährung. Danach folgte eine Verkostung des Brotes mit Aufstrichen und Hollersaft.

19.45 Uhr. Die Vernissage beginnt. Da am darauffolgenden Tag der Welzenegger Kunstherbst beginnt, ist das ganze Schloß voller Kunstwerke. Die Besucher drängen sich jedoch in den Fürstensaal, der von Andreas Wultsch, dem Sohn dess Künstlers, und mir adaptiert und stimmungsvoll gestaltet wurde. Unter der Moderation von Herwig Kohla werden die Anwesenden begrüßt, dann hält Werner Wultsch sein Festreferat. Über die Belange der Kunst spricht die freie Kuratorin Anja Werkl, danach gibt es eine Pause, in der die Besucher die "Brotlose Kunst" bewundern können.

20.45 Uhr. LH Jörg Haider erscheint und überreicht der Bäckerei Wultsch offiziell das Kärntner Landeswappen. Bernd Sever, Vizepräsident der Wirtschaftskammer Kärnten, ehrt den Betrieb des Bäckermeisters für dessen mehr als 100jährige erfolgreiche Tätigkeit mit einer Urkunde. Im Publikum: Landeskulturreferent LHStv. Martin Strutz und die Stadträte Albert Gunzer und Christian Scheider, weiters die Geschäftsführerin des Berufsverbandes Bildender Künstler Kärnten Margarethe Bauer, die Schlagersängerin Birgit Pless und der Szene-Friseur Siggi Pfingstner. Auch andere Künstler, die im Rahmen des Kunst-Herbstes ihre Werke ausstellen, sind anwesend, darunter die junge Bodypainterin Eva-Maria Korsche.

21.30 Uhr. Nach dem offiziellen Teil überbringt der Kabarettist Luigi Unterluggauer von den "Schrägen Vögeln" Glückwünsche aus aller Welt. Zu diesem Zweck imitiert er unter lautem Gelächter die Stimmen von Arnold Schwarzenegger, Gerhard Berger, Toni Polster und Jörg Haider, den er als seinen Imitator bezeichnet.

21.45 Uhr. Im Anschluß gibt es ein fulminantes Buffet: Die Bäckerei Wultsch bietet nicht nur belegte Brötchen an sondern auch ein umfangreiches süßes Buffet aus eigener Erzeugung. Michael Brandner von Kärntens einziger Kaffee-Rösterei "Excelsior", präsentiert einen eigenen "Wultsch-Kaffee", dessen Verpackung eines von Werner Wultschs Gemälden ziert. Die Veranstaltung klingt unter angeregten Unterhaltungen gegen 1.30 Uhr morgens aus.

 

Pressespiegel:

Berichte über die Vernissage in Zeitungen und Zeitschriften sind im Download-Bereich des Links Pressespiegel einsehbar.

23. 8. 06: Ankündigung auf "KT1"

29. 8. 06: Bericht über die gehängte Puppe in der "Kleinen Zeitung"

29. 8. 06 Bericht über die gehängte Puppe samt Interview mit Werner Wultsch im Mittagsjournal von "Radio Kärnten"

30. 8. 06 Halbseitiger Bericht in der "Kleinen Zeitung" über das Bäckersterben

30. 8. 06 Werner Wultsch zu Gast in der "Radio Kärnten"-Sendung "Stadt-Land"

30. 8. 06 Ankündigung der Vernissage in der "Kärntner Woche"

30. 8. 06 Bericht in der "Kärntner Tageszeitung"

1. 9. 06 Nachberichterstattung über die Veranstaltung in "Radio Kärnten"

1. 9. 06 Nachberichterstattung in der ORF-Kärnten-Fernsehsendung "Kärnten Heute"

2. 9. 06 Nachberichterstattung in der "Kleinen Zeitung"

3./4. 9. 06 Nachberichterstattung in der "Kärntner Tageszeitung"

6.-12. 9. 2006 "Klagenfurter der Woche" in der "Kärntner Woche"

September 2006: Nachberichterstattung in der "Klagenfurter Stadtillustrierten"

Oktober 2006: Nachberichterstattung im "Kärntner Monat"

Oktober 2006: "Klagenfurter Stadtillustrierte" - Klagenfurter Stadtbarometer

Werner Wultsch

Bäckermeister Werner Wultsch kam 1956 in Klagenfurt zur Welt und übernahm im Alter von 26 Jahren die väterliche Bäckerei in der Völkermarkterstraße 96.

Sein malerisches Talent schult er regelmäßig seit dem Jahr 2000, wobei er sich auf Kohle, Öl und Aquarell spezialisierte und auch einen Ausflug in das Gebiet der plastischen Gestaltung mit dem Werkstoff Holz wagte.

Kurse auf dem Gebiet der Malerei belegte Werner Wultsch bei Mag. Sieglinde Sumper, Angelo Makula, Ratke Herdin, Prof. Michael Fuchs und Mag. Jehona Petritz.

Seine Studienreisen führten ihn nach Mauritius, Griechenland, Tunesien, Slowenien, Deutschland und Kroatien sowie immer wieder nach Italien, wo er sein Segelboot als mobiles Atelier nützt.

Kulturhandwerk Backen

Backen ist eines der ältesten Handwerke der Menschheit. Als Akt der Veredelung von Rohstoffen schafft der Bäcker Kultur. Aber mehr noch: Im 2.600 Jahre alten Gilgamesch-Epos, das uns in sumerischer Keilschrift auf Tontafeln überliefert ist, wird dem Brot sogar ein wesentlicher Beitrag zur Menschwerdung zugeschrieben.

Im Laufe der menschlichen Evolution spielte sich immer und immer wieder der gleiche Kreislauf ab: Neue Erkenntnisse in der Herstellung von Backwaren wurden in die Herstellung eingebaut, erworbenes Wissen von Generation zu Generation weitergegeben.

In unserer Gegenwart treibt dieser Mechanismus unter dem Einfluß wirtschaftlicher Optimierung jedoch Blüten der Dekadenz: Mit einem Mal ist nämlich nicht mehr die Güte der Ware die Richtschnur ihrer Herstellung sondern der Verkaufspreis. Darunter leidet natürlich die Verarbeitung hochwertiger Grundstoffe aus natürlichem Anbau. Kleine Bäckerbetriebe, die ihr Handwerk in oben genannter Tradition wurzeln sehen und die der Qualität den Vorrang geben, kommen mit dieser Entwicklung finanziell nicht mehr mit. Die Folge ist ein rasantes Bäckersterben, das denselben Gesetzmäßigkeiten folgt, denen das Aussterben anderer Handwerksbereiche wie etwa die Schneider bereits unterlegen sind.

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