Amazonas-Geschichten

Einem lebenslangen Traum folgend, übersiedelt Eva Zingerle nach ihrer Pensionierung in Österreich nach Peru. Was Sie dort erlebt zeigt wie sehr sich die Menschen ähneln und die Kulturen unterscheiden.  

Amazonas-Geschichten

Eva Zingerle, Oberin einer österreichischen Krankenpflegeschule, verlegt nach ihrer Pensionierung ihren Wohnsitz nach Peru. Einem lebenslangen Traum folgend, siedelt sie sich im Amazonasurwald an und zwar in dem kleinen Dorf Puerto Esperanza. Dieses liegt am Rio Momon, einem Neben-Nebenfluss des Amazonas. Hier, fernab der Zivilisation, lebt sie auf einfachste Weise in einer Pfahlbau-Hütte und teilt ihren Alltag mit den Einheimischen.
Doch so sehr sie auch dazu gehören möchte, sie schafft es weder die kulturelle Kluft zu überwinden noch Denk- und Verhaltensgewohnheiten abzulegen, die ihr in Österreich ein Leben lang aufgeprägt wurden.

Nach zwei Jahren gibt sie ihr Leben im Urwalddorf auf und baut sich in der peruanischen Amazonasmetropole Iquitos ein Haus. Doch auch hier in der Zivilisation widerfahren ihr im Alltag Dinge, die nicht in ihr mitteleuropäisch geprägtes Denkschema passen und auch hier begegnen ihr Menschen, deren tragische Schicksale leider nur allzu gewöhnlich sind.

Eva Zingerle erzählt in Anekdotenform Alltagsgeschichten, die jeden den Kopf schütteln lassen, der in einer Leistungsgesellschaft lebt und die klar machen, wie sehr sich die Kulturen dieser Erde unterscheiden, auch wenn die Menschen einander im Grunde noch so ähneln.

Der Wunsch zu schreiben und zu publizieren waren zwei der Dinge, die mich mit meiner Lieblingstante verbunden haben. Leider wurde ihr Zweiterer zu Lebzeiten nicht erfüllt. Die Amazonasgeschichten sind deshalb  nicht nur das geistige Vermächtnis meiner Tante, sie sind auch eine Wunscherfüllung posthum.

Kapitelauszug

Teil 1: Puerto Esperanza

Wie es dazu kam

Eva erzählt, wie sie Ende der 1960er Jahre zum ersten Mal Iquitos kennenlernte und sich in den Urwald verliebte. Jahrzehnte später übersiedelt sie dorthin, doch es genügt ihr nicht: Sie will direkt in einem Dorf an einem der Amazonas-Nebenflüsse leben. So wird Puerto Esperanza am Rio Momon ihre neue Heimstätte.

Das Pueblo Eva beschreibt das kleine Pueblo (Dorf) Puerto Esperanza am Rio Momon, einem Nebenfluss des Rio Nanay, welcher bei Iquitos in den Amazonas mündet. Das Dorf ist etwa drei Bootsstunden von Iquitos entfernt und besteht aus etwa sechzehn Pfahlbau-Hütten. Sie berichtet von den einfachen und harten Lebensumständen, von der Armut und den kargen finanziellen Erträgen aus den Pflanzungen, sowie von der wichtigen Rolle, die der Fluss im täglichen Leben der Dörfler hier spielt.

Die Gringa zieht ein

Eva bekommt die Erlaubnis, in Puerto Esperanza ein Haus zu bauen und tut dies mit Hilfe der Dorfbewohner. Kaum eingezogen, kommen die Menschen aus der ganzen Umgebung und begutachten ungeniert das Haus und sein Inventar, bedienen sich ungefragt an Lippenstiften u. ä. und legen sich dann auch noch in Evas Hängematte, in Erwartung eines Plauderstündchens samt Bedienung. Dass dieses Verhalten hier völlig normal ist, erfährt Eva erst später, auch, dass hier in den Flussdörfern Gemüse nur gekocht gegessen wird. So ist es auch kein Wunder, dass niemand mehr zum Essen bleiben will, sobald sie einen Salat auftischt. Die Dörfler nehmen es Eva übel, dass ihre Boxerhündin Gundi eine eigene Decke zum Schlafen hat, da sie selbst zumeist auf dem bloßen Holzboden ihrer Hütten schlafen, schlagen aber das Angebot der neu Hinzugezogenen aus, ihnen beizubringen, wie man aus Maisstroh Matten flechtet. Doch langsam wird sie mit ihren neuen Nachbarn vertraut. Da sie die einzige im Dorf ist, die einen Stromgenerator und ein Fernsehgerät besitzt, versammelt sich allabendlich das gesamte Dorf, um bei ihr die Telenovela anzusehen. Dass viele der Dorfbewohner dabei nicht zwischen Fiktion und Wirklichkeit unterscheiden können, ist ein weiterer Grund zum Staunen für die Frau aus der Zivilisation. 

Ein Festmahl im Urwalddorf

Große Ereignisse stehen bevor: Die politische Elite der Provinz hat sich angekündigt, um dem Flussdorf Esperanza einen Besuch abzustatten. Bei der Dorfversammlung wird über das Festprogramm beraten und Eva dazu eingeteilt, das Festmahl vorzubereiten, immerhin ist sie die einzige, die ausreichend Essgeschirr hat und deren Hütte genug Platz bietet. Als der Tag kommt, geschieht das Unvermeidliche: Die von den anderen Dörflern zugesagte Hilfe bleibt aus den unterschiedlichsten Gründen aus, Eva muss in letzter Minute improvisieren …

 

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Teil 2 Iquitos

Neubeginn in Iquitos

Zurück in der Zivilisation kann Eva nach zweijährigem Sparen und harter Arbeit genug Geld zusammenkratzen, um sich einen Bungalow bauen zu lassen. Zwar fühlt sie sich in Iquitos nicht unglücklich, doch vermisst sie ihre Hütte am Rio Momon doch sehr!

Tomas oder die verdammte Zivilisation

Als Eva nach Iquitos übersiedelt, nimmt sie sich einen Hausgehilfen. Sein Name ist Tomas, er ist vierzehn Jahre alt und stammt aus einem Dorf an einem der Amazonas-Nebenflüsse. Völlig ohne Kontakt zur Zivilisation aufgewachsen, sind Tomas selbst die alltäglichsten Verhaltensformen, technischen Geräte und so weiter fremd. Eva schildert in dieser Geschichte den Zusammenprall zweier Kulturen und wie fremd einem quasi in Unschuld aufgewachsenen Menschen Dinge sind, die wir als selbstverständlich ansehen.

Bildungswesen

Eva schildert anhand von drei Beispielen, welche Intelligenz in vielen jungen Peruanern schlummert und wie diese aufgrund der Umstände vergeudet wird. Eines der Beispiele handelt vom kleineren Bruder ihres Hausboys, der so leicht lernt, dass er mit etwas Hilfe eine Schulklasse überspringen kann. Eva zeigt aber auch die Missstände auf, etwa die verfehlte Bildungspolitik in den abgeschiedenen Regionen des Landes und den mangelhaften Bildungsgrad der Lehrer selbst.

Oskar

Oskar ist der Name eines kleinen Straßenjungen, den Eva am Flughafen kennenlernt, wo sie eine Zeit lang einen kleinen Laden führt. Der Bub hat weder Eltern noch ein zuhause, lebt in den Tag hinein und schläft, wo er Unterschlupf findet. Durch sein freundliches Wesen wächst er Eva sehr ans Herz, doch als sie ihren Laden schließt, verliert sie ihn aus den Augen. Ein Jahr später erfährt sie von Oskars tragischem Ende.

Die Schlange im Bauch

Eva erzählt von einem Bericht im Lokalfernsehen von Iquitos, in dem von einer Frau die Rede ist, in deren Bauch angeblich eine Riesenschlange lebe. Die Frau glaubte, schwanger zu sein, doch als das Kind auch nach zehn Monaten noch nicht kam, sie aber dessen Bewegungen im Bauch spürte, ging sie zu einem Schamanen, der ihr den Verdacht einer Schlange im Bauch bestätigte. Der Fernsehsender bezahlte der Frau eine ärztliche Untersuchung, die Diagnose lautet Wassersucht. Die Leute auf der Straße glauben dennoch dem Schamanen mehr.

Die Autoren

Eva Zingerle wurde 1928 in Wolfsberg in Kärnten geboren. Als ausgebildete Krankenschwester arbeitete sie in Frankreich und in der Schweiz, später ging sie nach Peru, wo sich u. a. als Pflegerin in einem Altenheim in Lima verdingte.
In den 1970er-Jahren kam sie wieder nach Österreich und arbeitete als Lehrerin und später als Oberin in Krankenpflegeschulen in Tirol und Niederösterreich, kehrte aber nach ihrer Pensionierung Ende der 1980er nach Peru zurück. Nach einigen Jahren in Lima und Iquitos siedelte sich in einem Urwalddorf an einem kleinen Nebenfluss des Amazonas an, wo sie in einer Pfahlbauhütte lebte.
Ab den späten 1990er-Jahren war Eva Zingerle österreichische Honorarkonsulin für den peruanischen Verwaltungsbezirk Loreto und erhielt für diese Tätigkeit 2004 den großen Verdienstorden der Republik Österreich verliehen.
Sie starb 2005 in einem Krankenhaus in Lima.

“Ein Gefühl von Ruhe und Frieden überkam fast alle bei diesen Fahrten, es schien fast, als ob man durch Zufall wieder ein Paradies entdeckt hätte.”

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